1864-10-29 Testament von Margaretha Jost
- 22. Aug. 2025
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Aktualisiert: 26. März
Originaltitel des Dokuments
Testament
Der Tochter Marga-
retha Jost in Ernen
Besonderes zur Schrift
Kurrentschrift, Eigennamen z.T. in lateinischer Schrift
Bild des Dokumentinhalts


Transliteration des Textes
Testament
Der Tochter Marga-
retha Jost in Ernen
(neue Seite)
Grossa No. 15
Im Namen des Allerhöchsten Amen
Im Jahr tausend acht hundert vier und sechszig, den neun und zwangzig-
zigsten Weinmonat in Ernen in der Wohnung der hier unten genannten Testie-
rerin, ist alda vor mit geschwornen Schrieber Victor Jost von und wohnhaft
in Ernen und Ends gemelten Zeugen persöhnlich vorgekommen; Die tugend-
same Tochter Margaretha Jost, eine Tochter einst Hildebrand Jost wohnhafte
in Ernen welche ich für die selbe anerkennt habe, wie auch die Zeugen, die anfäng-
lich gegenwärtig sind; welche Testiererin obwohlen kranck im Bette liegt
nicht destoweniger mit gutem Verstand, sowie allen ihren übrigen fünf Sinnen
begabt ist; hat auf ihrem freyen Willen mir unterzeichnetem Notarn ihr mündliches
Testament niederzuschreiben befohlen, wie folgt: Erstens empfehle ich meine
unsterbliche Seele Gott dem Allmächtigen und Allbarmherzigen, so wie der lieben
Mutter Gottes Maria, und allen Himmelsbürgern demüthigst an. Den entseelten
Leib übergäbe ich der Erde, welcher christlich und anständig meinem Stande nach
dahin soll begraben werden. Zu meinem Seelenheil gaabe und verordne ich ein
Stückle Matta, gelegen im Geschnitt Ernen. Ort, wo manns nennt im Gischenfeld
unter der Wasserleiten anstösig die Eigenthümmer Adrian Clausen, Luisa
Clausen und dern Geschwisterten, wofür nach dem selbes auf dem höchstbieten-
dem verkauft worden ist, an hl. Meessen soll angewendet werden; nämlich
drey in Erner-Wald ebensoviel in Müllibach zu Ehren des hl. Josephs
und die übrigen im Beinhaus zum Trost der Abgestorbenen. Zum Zeitlichen geschreit-
tet, da meine zwo Schwestern Luzia und Cresenzia Clausen geboren Jost, schon
den ganzen Herbst, und besonders jezt in meiner Kranckheit grosse Müche mit mir
hatten und mich gut verpflegt haben, so schencke und gaabe ich denselben zusammen
für hie und allzeit, mein Antheil Haus, Metelte und andere Umschweifen oder An-
hang, wie ich es besessen und mir zugehört, gelegen in Ernen auf dem Biel, zweitens
Denselben Schwestern ein kleines Metelte beim Haus des Johann Clausen |: Glaser |:
worin sich zwey Kirsch und ein Aepfelbaum befinden. Drytens gaabe und verschencke
ich meinen drey Gotteltenen Anna Maria, Karolina Clausen Tochtern des Ziprian
Clausen, und Catharina eine Tochter Anton Clausen auf dem Biel allen zusammen
1. Ein Stuck Matta, gelegen auf Eggen, auf der Salen unter dem Gemach des Franz
Briw und des Joseph Schmid; 2. Denselben Drejen zwo schöne neue Hausdechenen
die ich selbst gemacht habe. Also gemacht und der Testiererin von Artickel
zu Artickel vorgelesen, die gesagt hat ihren Willen zu enthalten, und darin zu ver-
harren in Gegenwart der bescheidenen Männern Lukas Rizt Schreinermeister
und Johann Joseph Michlig wirklichen Kirchenvogt beide wohnhafte in Ernen,
hinzu gebettene und beruffene Zeugen, und meiner geschwornen Schreibers ,der ich mich eigen-
händig unterzeichne, so wie die Zeugen, nicht aber die Testiererin, welche sich erklärt
des Schreibens unkundig zu seyn, beschlossen um ein Viertel nach neun Uhr Abends
Folgen die Unterschriften in den Minuten.
Victor Jost geschworener Schreiber
Vereinfachter Text
Testament der Tochter Margaretha Jost in Ernen
Akt No. 15
Im Namen des Allerhöchsten Amen
Am 29. Oktober 1864 in Ernen in der Wohnung der hier unten genannten Testiererin ist vor mir, vereidigtem Schreiben Victor Jost von und wohnhaft in Ernen und den am Ende aufgeführten Zeugen persönlich erschienen: die tugendhafte Tochter des verstorbenen Hildebrand Jost, von und wohnhaft in Ernen, welche Identität ich und die von zu Beginn an anwesenden Zeugenbestätigt haben.
Die Testiererin ist krank und bettlägerig, jedoch bei gutem Verstand. Sie hat mit freiem Willen mir als unterzeichnetem Notar aufgetragen, ihr mündliches Testament aufzuschreiben wie folgt.
Erstens emfpehle ich meine unsterbliche Seele Gott dem Allmächtigen und Allbarmherzigen, sowie der lieben Mutter Gottes Maria und allen Himmelsbürgern demütigst an.
Den entseelten Leib übergebe ich der Erde, welcher christlich und anständig sowie standesgemäss soll beerdigt werden.
Zu meinem Seelenheil vergabe ich ein Stück Matte, gelegen in der Gemeinde Ernen, genannt im Gischenfeld, unter der Wasserleite, anstossend an die Eigentümer Adrian Clausen, Luisa Clausen und deren Geschwister. Nachdem dieses an den Höchstbietenden verkauft worden ist, soll der Erlös für heilige Messen verwendet werden, nämlich 3 im Ernerwald, 3 in Mühlebach zu Ehren des heiligen Josephs und die übrigen im Beinhaus zum Trost der Verstorbenen.
Zum weltlichen:
Weil meine zwei Schwestern Luzia und Cresenzia Clausen, geborene Jost schon während des ganzen Herbsts und besonders jetzt wegen meiner Krankheit grosse Mühen auf sich nahmen und mich gut verpflegt haben, schenke und vergabe ich ihnen beiden mein Anteil am Haus, Mettelti und den weiteren dazugehörenen Grundbesitz, wie ich ihn besessen habe und mir noch gehört, gelegen auf dem Biel.
Zweitens gebe ich denselben Schwestern ein kleines Mettelti beim Haus des Johann Clausen, Glaser, worin sich zwei Kirsch- und ein Apfelbaum befinden.
Drittens gebe und schenke ich meinen 3 Gotten Anna Maria, Karolina Clausen, Tochter des Cyprian Clausen und Catharina, Tochter des Anton Clausen auf dem Biel allen zusammen:
1. Ein Stück Matte, gelegen auf Eggen, auf der Salen unter dem Gemach des Franz Briw und des Joseph Schmid.
2. Denselben dreien zwei schöne neue Hausdecken, die ich selbst gemacht habe.
So angefertigt und der Testiererin von Artikel zu Artikel vorgelesen, welche bestätigt hat, dass das Testament ihrem Willen entspricht und sie nichts ändern will in Gegenwart von Lukas Ritz, Schreinermeister und Johann Joseph Michlig, Kirchenvogt, beide wohnhaft in Ernen als hinzu gebetene und berufene Zeugen und mir, vereidigtem Schreiber. Ich und die Zeugen unterschreiben eigenhändig, nicht jedoch die Testiererin, welche erklärt, des Schreibens unkundig zu sein.
Beschlossen um 21:15
Es folgen die Unterschriften.
Victor Jost geschworener Schreiber




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