1801-05-03 Kauf einer Weide durch Hildebrand Jost und Übernahme der Schulden der Gemeinde Niederernen
- 21. Okt. 2025
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Originaltitel des Dokuments
Kauff und Ledigspruch zu Diensten des Bürgers Hildebrand Jost in Ernen von der Löb[lichen] Gemeinde von NiderErnen eine Weid mit Namen der Grimpelboden im Geschnid deren vom Ausserbinn um ein Preis 750 Pfund
Besonderes zur Schrift
Recht gut lesbare Kurrentschrift. Autor Johann Joseph Bürcher.
Bild des Dokumentinhalts



Transliteration des Textes
Titelblatt
Kauff und Ledigspruch
zu Diensten des Bürgers Hildebrand
Jost in Ernen
von der
Löb[lichen] Gemeinde von NiderErnen
eine Weid mit Namen der Grimpel-
Boden im Geschnid deren vom Ausserbinn
um ein Preis 750 Pfund mau..
wie innen zu ersechen
Geschechen anno 1801: den 3. May
Seite 1
Im Namen des Herrn. Amen. Anno Tausend
achthuntert und Eins den 3.ten Tag Maÿhe
Ernen in der Behausung des Ehrenden Bürgers
Joseph Imhoff im underen Hengard in der Burgschafft Ernen
seÿnd alda vor mir offenen Schreiber und zu Ends unter-
melten Zeigeren (Zeugen) persöhnlich vorkommen die Ehrende Bürger
und Gewaldshaber der löb[lichen] Gemeind der dorffmack NiderErnen
benantlich Baptista Zeit, und Joseph Jgnatz, ein ehlicher Sohn Jgnaty
steffen samt mehreren anderen Bürgeren mehr as vorstecher und
Gemeinder selbes orts in den Persohnen Heynderikus Wenger,
Mauritz Volcken, Marzel Holzer, welche anwesende sich strai
tragen im Namen der ganzen Gemeinde NiderErnen, die sich jetz
würcklich oder in die Zukumpft alda befinden mächte. Mit vermelden
das sich ihre Gemeind versamlet, ohne liist noch betrug, sonderen frey
freyen Willens Wohlbedacht dem ehrenden Bürger Hildbrand jost
in Ernen ihm Gemeine Weid, so sie bis das in als alpen gebraucht.
für frey und ledig verkaufft habe. So dagelegen im Geschnid deren
vom ausserBinn, im ort wo mans nent auf der Salen, oder Kreyg (?)
Weid. Laut älteren Schrifften aber der Grimpelboden. So da gegen
Sonnenaufgang anstössig an die Erden der Erben des Joseph imhoff
im ausserBinn, gegen mittag an der dort befindliche Bawald deren
vom ausserBinn, gegen abend an den gedachten Banwald, theils an deren
von NiderErnen, gegen mitnacht theils an Valentin Glausen in Ernen
Theils an der Erben joseph Sibers in Ernen, theils Marthy Sigristen
und theils Mauriz volcken in NiderErnen, samt der Gütten, Wasser
dessen furg, weis die Wasserschrifft von anno 1722: vom 25. Aprill
meldet, freyen ein und ausgang und fahrweg, gemeine alpen, gemeine
Waldungen. Gemeine almeynen samt allen und jeden dazugehörigen
recht samt leitten, so wie es der löbl[lichen] Gemeind Nider Ernen zugehöret
hat und sie an jetz behessen. Auch das alprecht dazu, so sie wegen der
verkaufften Weid in der Gemeinen alpen deren vom ausserbinn
Seite 2
Aljährlich benutzet und gebraucht haben und dieses alles um
ein preis 750:Pfund, sage sibenhundert und fünffzig
Wallis pfund ein jedes pfund von 27 grossen[1]. Wie auch allen
denen die sich am heittigen tag als verkeüffer gestellt und sich starck
diesfahls getragen essen und trincken. Diese Summen hat er
keüffer volgender gestallen als geweist und bezahlt, die Gemeinde
Nider Ernen, ware der Gemeinde oder Burgeschafft in Ernen schuldig,
dahero nun von stund an im Namen ... 750 Pfund sage siben
huntert und finffzig Wallis pfund abgenohmen, sie davon entlediget
los und ledig gesprochen und enthebt. die von Ernen sollen ihn keüffer
laut seiner eygnen aussag angenohmen haben, dahero die Gemeinde
von NiderErnen als Verkeüffer nun gäntzlich aus geweist und
Bezahlt, deswegen sie die gegenwärtige im Namen
der gantzen Gemeind NiderErnen oder die es angechen mächte
jetz oder inskinfftig los ledig gesprochen und quittiert, sich der
obvermelten verkaufften Weid, samt allen und guden dazu
gehörigen recht samt leitten entwürdiget, und um soviell
es sie angeche zu jeder Zeit für frey und ledig zu erhalten versprochen
erkeüffer nihmt sie aber für sich und die Seinige an. Also
Geschechen in Gegenwarts der hierzu Beruffenen Zeigeren
als in den Persohnen der zwey Bürgeren und ledigen
Junglingen joseph Daforna und Joseph Briw, beyde
von der Burgschafft Ernen, und meines offenen schreibers
Johan Joseph Bürchers
[1] Grossen (ähnlich «Groschen») ist eine Währungseinheit im alten Wallis. Synonym: Dicken. Das Wort ist der spätlateinischen Bezeichnung des Turnosen entlehnt, des grossus denarius Turnosus, zu Deutsch „dicker Denar von Tours“
Vereinfachter Text
Kauf einer Weide genannt Grimpelboden im Gebiet derer zu Ausserbinn zu Diensten des Bürgers Hildebrand Jost in Ernen von der Gemeinde Niederernen zum Preis von 750 Pfund
Geschehen am 3. Mai 1801
Im Namen des Herrn. Amen.
Am 3. Mai 1801 sind in der Behausung des ehrbaren Bürgers Joseph Imhof im unteren Hengert in der Burgschaft Ernen vor mir öffentlichem Schreiber und unterzeichnendem Zeugen persönlich erschienen die ehrbaren Bürger und Bevollmächtigten der Gemeinde Niederernen:
Baptist Zeiter, Joseph Ignatz, ein ehelicher Sohn von Ignatz Steffen, sowie mehrere andere Bürger als Vorsteher der Gemeinde Niederernen in den Personen Heinrichs Wenger, Mauritz Volken, Marcel Holzer.
Sie beteuern, dass sich die Gemeinde freien Willens entschieden habe dem ehrbaren Bürger Hildebrand Jost von Ernen eine Weide, welche sie bis anhin als Alpe benützt haben zu verkaufen. Diese liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Ausserbinn, genannt Salen oder Kreyg-Weid, laut älteren Schriften jedoch Grimpelboden. Gegen Osten anstössig an den Grund der Erben des Joseph Imhof in Ausserbinn, gegen Süden an den Bannwald deren von Ausserbinn grenzend, gegen Süden ebenfalls an den Bannwald von Ausserbinn und teils auch an den von Niederernen, gegen Norden teils an Valentin Clausen von Ernen, teil an die Erben Joseph Sibers in Ernen, teils Martin Sigristen und teil an Moritz Volken in Niederernen.
Eingeschlossen sind die Wasserrechte, Wegrechte, gemeine Alpen, gemeinen Wald. Weiter das dazu gehörige Alprecht.
Preis 750 Walliser Pfund. Zusätzlich das Essen und die Getränke aller anwesenden Verkäufer.
Diese Summen hat der Käufer quitiert und übernimmt damit die gesamten Schulden, welche Niederernen der Gemeinde und Burgschaft Ernen schuldet. Die Vertreter der Gemeinde Ernen nehmen im Namen ihrer Gemeinde zur Kenntnis, dass Niederernen die besagte Weide mit allen Rechten und Wasserleiten schuldfrei abgibt. Der Käufer nimmt die Güter für sich und die Seinigen an.
So geschehen in Gegenwart der hinzu gerufenen Zeugen in den Personen der zwei Bürger und ledigen Jünglingen Joseph Daforna und Joseph Briw.




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