1801-04-23 Quittung von Hildebrand Jost für Joseph Ignatz Anderlede
- 23. Okt. 2025
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Originaltitel des Dokuments
Quittanz und Ledigspruch zu Diensten des Bürgers Hyldbrand Jost in Ernen
Besonderes zur Schrift
Recht gut lesbare Kurrentschrift. Autor Johann Joseph Bürcher.
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Transliteration des Textes
Titelblatt
Quittanz und Ledigspruch
zu Diensten des Bürgers
Hyldbrand Jost in Ernen
von
dem Bürger Joseph Ignatz
Anderlede[1] in Viesch. Betrüfft
zweÿ äcker, darzu Stadel
rechtinen, wie innen
zu ersechen, so geschechen
anno: 1801: den 23: Tag Aprill.
Lex 12: bz
[1] Joseph Ignatius Anderledi, Meister des Niederernener Kreuzwegs, ∗ 1732, † 1814, Maler. Am besten fassbares Mitglied der Künstlerfamilie Anderledi. Fastenbild, Altar, Kreuzwegstationen sowie andere religiöse Bilder. Sohn von Moritz Anderledi (8.9.25 aus dem Internet: SIKART-Lexikon)
Seite 1
Im Namen des Herrn Ammen: anno Tausend
achthuntert und eins den 23:ten Tag Aprill in Viesch
in der Behausung johan Bortis Wirth, ist alda vor
offener Schreiber und zu Ends untermelten Zeigeren
Persöhnlich vorkommen der ehrende Bürger Joseph Ignatz Ein
ehrlicher Sohn Ignaz Anderlede in Viesch. Welcher da frey bekönt.
ohn liist weder betrug, sonder seines freyen Willens, wie das er
Wohlbedacht dem ehrenden Bürger Hyldbrand Jost in Ernen
verkauft habe zweÿ Äcker, so da im Geschnidt deren von Niderernen
gelegen im ort wo mans nennt ins Haubmansfeld, so da gegen
Sonnenaufgang anstöss an die Erden Valentin Clausen in Ernen
gegen Mittag Johan Nellen in Viesch, gegen Abend Ignatz Wenger
von NiderErnen, gegen Mitnacht Meÿster Joseph Nager zu
Viesch in der Eÿ. Item ein anderer Acker in der Binnen genant.
So dagegen Morgen anstössig an die Erden Herr Antonÿ Schiner (lat.)
in Ernen, gegen Mittag Ignatz Volcken in NiderErnen, gegen
Abend an die Erden der Söhnen Valentin Clausen in Ernen, gegen
Mitnacht an obgedachtes Antonÿ Schiners, dazu gegeben und verkauft
zweÿ Stadelrechtinen, eine in des Haubmansfeld etwas bas, als
ein halben Viertel halben rechter hand. Item zu Mitblatten ein
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halben Viertel rechter hand von Boden bis ins
Tach, dieses alles für freÿ (?) und ledig für jez und
alzeit, ausgenohmen die übrige Äcker
Wen sie alda dem Hesden (?) unter waffen, und das um
ein Preis 140 Pfund sage huntert und vierzig Walliser Pfund,
das Pfundt von 27 Grossen. Item dreÿ Bazen Trinckgeld und
ein heilige Mess. Der Verkäuffer bekänt diese Summen
von seinem Käüffer gantz empfangen zu haben. Deswegen
seinen Käüffer los, ledig spricht und quittiert für
jetz und alzeit. Er Verkeüffer entwürdiget sich der
obvermelten verkaufften Äkeren und Stadelrechtinen,
erkäüffer nihmt sie sowohl für sich als die Seinige
an. Also geschechen in gegenwarth der hierzu beruffenen
Zeigeren als in den der Johann Valentin Rÿtter in Viesch,
und Johan Joseph Wellig Sohn Joseph Wellig im Thal Viesch zur
Flühe, und meines offenen Schreibers Johan Joseph Bürchers
Vereinfachter Text
Quittung und Ledispruch zu Diensten des Bürgers Hildebrand Jost in Ernen von dem Bürger Joseph Ignatz Anderlede[1] in Fiesch. Betrifft zwei Äcker, dazu Stadelrechte wie innen zu ersehen. So geschehen 23. April 1801.
Im Namen des Herrn Amen.
Am 23. April 1801 in der Behausung von Johann Bortis, Wirt in Fiesch ist vor mir, öffentlichem Schreiber und Zeugen persönlich erschienen der ehrbare Bürger Joseph Ignatz, ein ehelicher Sohn von Ignatz Anderlede in Fiesch. Er bekennt mit freiem Willen, dass er dem ehrbaren Bürger Hildebrand Jost von Ernen zwei Äcker verkauft habe. Diese sind im Gemeindegebiet Niederernen gelegen, im Ort genannt Hauptmannsfeld, gegen Osten anstössig an den Besitz von Valentin Clausen in Ernen, gegen Süden Johann Nellen in Fiesch, gegen Westen Ignatz Wenger von Niederernen, gegen Norgen Meister Joseph Nager zu Fiesch in der Ey.
Ferner ein weiterer Acker genannt in der Binnen. Gegen Osten anstössig an den Boden von Herrn Antony Schiner in Ernen, gegen Süden Ignatz Volken in Niederernen, gegen Westen an den Grundbesitz der Söhne Valentins Clausen in Ernen, gegen Norden an obgenannten Antony Schiner. Dazu übergeben und verkauft zwei Stadelrechte, eine in des Hauptmannsfeld und einer zu Mitblatten.
Das alles schuldenfrei ausgenommen die übrigen Äcker.
Preis 140 Walliser Pfund. Zudem drei Batzen Trinkgeld und eine heilige Messe.
Der Verkäufer (Anderlede) bestätigt vom Käufer (Jost) diese Summen vollständig erhalten zu haben. Er spricht ihn schuldenfrei und quittiert. Der Verkäufer entledigt sich hiermit der verkauften Äcker und Stadelrechten und der Käufer übernimmt sie sowohl für sich als auch für die Seinigen.
So geschehen in Gegenwart der hinzu gerufenen Zeugen Johann Valentin Ritter in Fiesch und Johann Joseph Wellig, Sohn des Joseph Wellig im Fieschertal zur Fluh und mir, öffentlichem Schreiber Johann Joseph Bürcher.
[1] Joseph Ignatius Anderledi, Meister des Niederernener Kreuzwegs, ∗ 1732, † 1814, Maler. Am besten fassbares Mitglied der Künstlerfamilie Anderledi. Fastenbild, Altar, Kreuzwegstationen sowie andere religiöse Bilder. Sohn von Moritz Anderledi (8.9.25 aus dem Internet: SIKART-Lexikon)




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