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1794-04-11 Testament der Anna Maria Heymen

  • 4. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Originaltitel des Dokuments

Testament der tugendsamen Annä Maria Heymen von Niderwald


Besonderes zur Schrift

Kurrentschrift. Schöne Schrift, oft keine Satzzeichen, «en» am Wortende abgekürzt


Bild des Dokumentinhalts


Transliteration des Textes

Titelseite

Testament der tugendsamen annä Maria Heymen

von Niderwald


Seite 1

Im Namen gottes. amen. im jahr eintausend siebenhundert

neünzig und vier den eilften tag aprilen ist zu Nider-

wald in dem hauss des ehrenden peter Nellen vor mir und under-

schriebenen zeügern persohnlich vor komen die tugendsame

witfrau Anna Maria Heymen eine hinderlassne witfrau

Johannis Studer, welche werder durch list, noch betrug oder gewalt

sondern wohl bedacht, freywillig, und ungezwungen ihren

lezten willen auf folgende art gemacht und aufgerichtet.

als erstlich befiihlt sie ihre seele gott dem allmächtigen, Maria

seiner hochwürdigen Mutter und allen lieben heiligen hernach hat sie

für ihrer Seelen heil verordnet fünzehen kronen an

heilige Messen, item zehen pfund der kirchen zu Niderwald,

von disen zeitlichen verordnungen schreitet sie zu ihren

weltlichen vermächtnissen, und gibt erstens dem Joseph Antoni

einem Sohn Josephi Mauritii Hejnen zehen pfund.

item gibt sie ihrer geliebten Neptissin Annä Mariä Imhoff

einer Tochter Josephii im Hoff auf dem undern hengart zu

Ärnen zehen pfund. In allen ihren übrigen vermögen sezet sie ein alle

diejenigen die von rechts wegen die erben sind oder seyn möchten

mit hinzusezung dass dis ihr lezter willen und Testament,

und auf alle beste und mögliche, wo vielleicht nicht ein Testa-

ment doch wenigstens als ein Codicil, oder auf bestmögliche art

gelten solle in gegenwart der hierzu gebettenen Zügern

des hochgeachteten, weisen und vorsichtigen herren Kastlans Theoduli Ritz

und dessen Sohns Johan Josephy Ritz und meiner under-

schriebenen unwürdigsten Seelsorger Peter Jost.

item befihlt sie dass man sie nach orts ehrlich zur erd bestatten soll.


Vereinfachter Text

Im Namen Gottes. Amen.

Am 11. April 1794 ist in Niederwald im Hause Peter Nellens die tugendhafte Anna Maria Heymen, Witwe des Johannes Studer vor mir und unterzeichnende Zeugen erschienen. Sie hat ihren letzten Willen freiwillig und wohl überlegt vorgebracht.

Erstens empfiehlt sie ihre Seele Gott dem Allmächtigen, Maria, seiner hochwürdigen Mutter und allen lieben Heiligen. Für ihr Seelenheil hat sie 15 Kronen für heilige Messen verfügt, weiter 10 Pfund der Kirche zu Niederwald.

Zu den weltlichen Vermächtnissen:

Sie gibt Joseph Anton Heinen, einem Sohn von Joseph Moritz Heinen 10 Pfund.

Weiter gibt sie ihrer geliebten Neptissin[1] Anna Maria Imhof[2], einer Tochter von Joseph Imhof auf dem unteren Hengert in Ernen 10 Pfund.

Für ihr übriges Vermögen setzt sie alle diejenigen ein, welch von Rechts wegen ihre Erben sind.

Sie hält fest, dass dies ihr letzter Wille sei und diesem auf bestmögliche Art entsprochen werden soll. Das alles in Gegenwart der hinzu gebetenen Zeugen:

Des hochgeachteten, weisen und vorsichtigen Herrn Kastlan Theodul Ritz und

dessen Sohn Johann Joseph Ritz und

mir, dem unterzeichnenden, unwürdigsten Seelsorger Peter Jost

Weiter befiehlt sie, dass man sie nach ortsüblicher Art erdbestatten soll.


[1] Neptissin kann sowohl Base als auch Nichte sein.

[2] Anna Maria Imhof war die erste Ehefrau von Hildebrand Jost (1770-1831), einem Urururgrossvater von mir (wahrscheinlich deshalb kam dieses Testament in den Besitz der Familie Briw (über meine Grossmutter mütterlicherseits).



 
 
 

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