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1766-09-14 Accord und Vertrag zu Diensten der tugendsamen Maria Catharina Wellig mit ihren Etterleuten Christian und Martin Wellig aus dem Birchi

  • 14. Nov. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Originaltitel des Dokuments

Accord undt Vertrag zu Dienst der tugentsamen Mariae Cathrinae Wellig mit ihren Ëtterleüthen Christian undt Martin Wellig aus dem Birchi Zviesch

Besonderes zur Schrift

Kurrentschrift.


Bild des Dokumentinhalts

Transliteration des Textes

Titelseite

Accord undt Vertrag

zu Dienst der tugentsamen

Mariae Cathrinae (lat.) Wellig

mit ihren Ëtterleüthen Christian

undt Martin Wellig aus

dem Birchi Zviesch

wie innen steht


Seite 2

Im Namen unsers Herrn Amen: anno 1766 den 14ten tag Herbst am

fest der Ërhörhung des Herrn: berützes (?) zu Viesch in meiner Wohnung ist

alda vor mir unterzeichneten Offenen Schreiber undt ends vermelten Zeügern persön-

lich fürkommen der Ehrsame Jüngling Christian Wellig aus dem Birchi so wohl für sich,

als seinen Bruder Martin, für welchen er sich starck getragen, undt gut wehren zu

sein versprochen, welcher vorgesagte Christen Wellig mit simem völlig lamen undt ser übell

mögenden bruder Martin, aus tringendem Nothzwange wegen ihren unvermögenheidt

ferners ihr guth gebührmässig zu wercken, undt sich selber die nothwendige unter

haltung zu verschaffen auch für übrige Leibs, undt der Seelen erspriessliche, ja

nothwendige Sachen sich selbsten für zu sehen, sich ëndlich benöthiget befunden

sich ihrer Neptissin weylandt Bruder Johannis Tochter Maria Catharinae

Wellig, auf hienach folgende Weis, Vorberedungen undt bedingnussen zu versorgen,

schützen, undt mit allen nothwendigkeiten standtmässig, so wohl mit nahrung, als kley-

dung bästmögligst zu versehen, zu überlassen, undt anzuvertrauenden; Als Nemb-

lich übergibet gedachter Christen Wellig seine völlige Habschaft, undt überhändig-

get solche, wie auch selbige seines bruders Martins mit dessen bewilligung

seiner Neptissin Maria Catharinae, jedoch des Martins nur so lang, als er

selber gern will, undt soll hierzu auf keine Zeitt gar nit zu bleiben verbunden sein,

undt zwar erstlich mit dieser klaren vorberedung, undt bedingnuss, dass sie Mari Cathrj

seine Ëtter Männer, mit Speiss, undt Tranck, Kleydung, undt übrigen nothwendigen

Dingen Lebenlänglich standt-mässig, undt Ëhrlich versehn, undt Ërhalte, undt ihnen

in ihrem hochen alter mit Lieb dienst undt willfährigkeit bästmöglichest bey-

stehn, helffe undt an die hand gehe in allen |wie gesagt| nothwendigen stucken

Leibs, undt der Seelen: Zweytens wan sie von itz an wehrend ihrer

Zusamenwohnung, undt gemeynsamen Hausshaltung, etwas erhaussen, undt

fürschlagen thätten, an ässigen Mittlen, oder andern Sachen, so solle undt möge sie

Neptissin nach des Christen döttlichen hinsteydt die Zwey Theill von solchem fürschlag

Nehmen, der drittell aber solle dem Martin zu kommen, fals solcher nit solte bey der

Mari Chathrj verbliben sein, oder auch hernach verbleiben, undt disses ist auch von dem

wies zu verstehen, weillen an irzo aussthnen dreyen ein iedes eine Kuhe zugesezt

hadt


Seite 3

Drittens, wan aber sie Neptissin ihre mit dem bluomen sich ihro übergebene

Ëtterleüth mit selbigem mit Ëhrlich, undt standtstgebührliche wurde Ërhalten mögen,

in solchem fall solle sie Cathrj schuldig, undt verbunden sein von ihren selbst eignen

mittlen alle standtmässige nothwendigkeiten zu verschaffen, undt solchen abgang ersetzen;

für welches, allso zu reden wagspill, wie auch alle mühn, sorg, fleiss, undt

Arbeitt, bestehn sie Cathri mit gedachtem raub, undt bluomen, oder nit, zu einer

würdigen Recompenz (lat.) undt schadloossmachung aber gibet, undt stellet villge-

dachter Christian ihro Mari Cathri, undt ihro Erben, zu fürhin, undt ewig, nach

seinem Christiani schnischeydt ,als erstlich ein stücklj Matten gelegen in der Eyen

unter der Elmi-Wasserleiten, welches er von seinem Bruder Joseph geerbet hat,

an welches Stücklj sie Cathrj ihme Christen eine Kuh, undt das über erst an Geldt ge-

geben, (item) als solches austgewist, undt bezahlt wäre, undt stosset an von morgend an

des Übergebers, von Mittag ans wisse Wasser, Nidergang an der kaüfferin, ago oder

Mittnach an die Elmi wasserleyten.

Item gibet, undt stellet er Christen seiner Neptissin undt dero Erben, zu ein gewisses

Ackerlj auch in der Eyen ob der wasserleitten gelegen, von Morgend an das überge

bers, Mittag an die Elmi wasserleitta, Mittnacht gemelter Cathrina, Mitnacht

auch an des Übergebers, undt seines Bruders Martins, tragt 24 Pfund mächten,

für welches ackerlj sie soll für 20 Pfund mächten Hlg. Messen Lesen lassen

nach ihro belieben ohne untersuchung der übrige  ErbenMehr gibt er Christen

ihr Cathri alda sein Theill in dem fürgeschlagenen acker, undt Mathen, die

Matten ist unter der Acker aber ob der wasserleiten gelegen, Nemblich sein Theill

Acker, undt Matten, wie es ihm Christen alda zugehört, sambt seiner pro

rata zugehörigen scheür, gaden, misthof, wasserherth, furts, undt allen

übrigen Zugehörigkeiten: Weitters gibet undt schäncket er Christian

ihro Neptissin undt dero Erben ein halbes fischi Matten von seinem gutt

im Birchi beim Hauss, stosset an morgends an das so genante Ritterstücklj,

von Mittag an den Abfluss des Brunnens, abends undt von Mittnacht Josephi Rit-

ters, für diesen stuck, solle die beschänckte ihrem schäncker oder Donatori (lat.) zwantzig

Pfundt endrichten, fals er solches möchte von nöthen haben, solte er aber dessen nit

bedürftig sein, soll solches ihr verehret sein, undt sie disfals von Niemandt

ersucht werden. Mehr gibt, und schänkt er ihr Cathrinae,

undt ihrer schwester Magdalena, undt ihren Erben sein theyll vorgärtlin,

wie solches sich in seines Christianj Theill Zettell befindet: Item

gibt, undt verehrt, oder auch recompensirt (lat.) er ihr Marj Cathrj, undt 

ihre Erben, alle undt jede seine Hauss-Rechten im Birchi im Neüwen

Hauss ohne aussnahmen wie solche ihme darin zu gehörig mögen.

 

(der Rest des Dokuments fehlt)


Vereinfachter Text

Accord und Vertrag zu Diensten der tugendsamen Maria Catharina Wellig mit ihren Onkeln Christian und Martin Wellig aus dem Birchi

1766, 14. September

Zu Fiesch in der Wohnung des Notars.

Der Jüngling Christian Wellig aus dem Birchi, zusammen mit seinem völlig lahmen und sehr „übelmögenden“ Bruder Valentin

übergeben ihre völlige Habschaft ihrer Nichte Maria Catharina Wellig, Tochter des verstorbenen Johann Wellig, unter den

Bedingungen, dass sie ihre Onkel mit Speis und Trank, Kleidung und übrigen notwendigen Dingen lebenslänglich standesgemäss und ehrlich versehe und erhalte und ihnen in ihrem hohen Alter mit Liebesdiensten und Willfährigkeit bestmöglich beistehe. Sollte in der Zeit ihrer gemeinsamen Hauhaltung etwas übrig bleiben an Esswaren und anderen Dingen, so soll die Nichte nach dem Tod des Christian zwei Teile erhalten, der dritte Teil aber soll Martin bekommen, wenn er nicht bei Maria Catharina bleibt. Das soll auch für das Vieh gelten.

Sollte Maria Catharina ihre Onkel nicht ehrlich und standesgemäss erhalten, soll sie mit ihren eigenen Gütern das Notwendige beschaffen. Als Entschädigung soll Maria Catharina nach dem Tod von Christian erhalten

1. Ein Stück Wiese in der Eyen unter der Elmi-Wasserleitung, welches er von seinem Bruder Joseph geerbt hat, an welches Stück Catharina ihm eine Kuh und den Rest an Geld geben wollte, was jetzt als bezahlt gelten soll.

angrenzend: Ost: der Übergeber, Süd: Weisswasser, West: Käuferin, Nord: Elmiwasserleitung

2. Ein Ackerlein auch in der Eyen ob der Wasserleitung

angrenzend: Ost: Übergeber, Süd: Elmiwasserleitung, Nord: Catharina und Übergeber und Bruder Martin.

Für dieses Ackerlein soll sie für 20 Pfund hl. Messen lesen lassen.

3. Seinen Teil in dem fürgeschlagenen Acker und Wiesen oberhalb der Wasserleitung, samt Scheunen-, Gaden- und Miststockanteil

4. Ein halbes Fischi Wiese im Birchi beym Haus

angrenzend: Ost: das sogenannte Ritterstückli, Süd: an den Abfluss des Brunnens,  West und Nord: Joseph Ritter

5. Seinen Teil des Vorgartens

6. Alle seine Hausrechte im Birchi im neuen Haus.


(Der Rest des Dokuments fehlt)

 

 





 
 
 

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