1804-04-09 Erbanteil von Franz Briw am Erbe von Johann Briw und Anna Maria Clausen
- 11. Okt. 2025
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Originaltitel des Dokuments
Disser Theill ist durch das Loos zuo komen dem
Ehrenden jüngling frantz Briw auff dem biell
von der burgschafft ärnen.
Besonderes zur Schrift
Kurrentschrift. Mundartnah. Autor: Moritz Michel von Ernen.
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Transliteration des Textes
Titelblatt
Disser Theill ist durch das Loos zuo komen dem
Ehrenden jüngling frantz Briw auff dem biell
von der burgschafft ärnen.
Seite 1
Schatzung undt Ver Theillung der Ligenden giethren, desen
so wegen der religion[1] bis in den Todt streittenden
Mans johanes Briws seligen des älteren undt seiner
hus frauwen anna maria clausen beide von
ärnen. Welche güether seindt getheilt worden, under
ihren 3 hinder lasen kinder als joseph, frantz
unt anna maria, undt dise Vertheilung ist ge-
schechen im jahr 1804 den 9. 10. täg aprillen.
Zweitter Theill
Als erstlich in der undren binachren im loch ab
die schluocht von oben ab Morgenhalb dem Neiwen
gaden ist taxiert Pfund 34
item alda der stuck mata bim trog ist taxiert Pfund 40
item alda das acherli undrem Neiwen gäden tax a Pfund 15
Item alda die 2 schniten mata abenshalb
undrem gaden ist taxiert worden Pfund 90
item die schnita iber moos ob der bodmen ist taxiert Pfund 270
item der acher undt alda iber moos ob dem stadel
abendshalb an frantz clausen acher ist tax a Pfund 107
item das acherli in der gelschen ist tax a Pfund 9
item ein stückli mata im mischy ist taxiert Pfund 55
[1] In lateinischer Schrift
Seite 2
item zuo brig guothe mata undt lischa ob undt nebet
dem Weyer, der theil an stock joseph acher
ist taxiert worden Pfund 216
item das acherli alda morgenhalb dem fuos wege ist Pfund 43
item das acherli im boden ob dem rodan[1] ist Pfund 35
item zuo Niderärnen das alte huss hinder frantz
im hoffs huss ist für Pfund 40
item alda under selbem huss garten undt met-
elte darin 4 äpffel bäim stehn ist taxiert Pfund 93
item die lischa in der stallen undrem Weg bis
ob das sangy ist taxiert Pfund 58
item das stückli mata zuo oberst der sant-halten
am preiten bort. ist taxiert Pfund 12
item der acher ob dem eischen felt morgenhalb
des Weibel guntren acher ist taxiert Pfund 63
item alda ob der scheir das klein acherli ist Pfund 25
item das metelte zärnen auf der strallen
bim ahorn ist taxiert Pfund 33
item garten im grossen garten am hubel gäse Pfund 5
item 3 stückli mata auff eggen auff dem wassen
undt eins zuo hanschen hüsli zuo samen für Pfund 42
item ein halbe kuo alpa undt der dritel heiwmath
[1] Rodan = gelehrter Begriff abgeleitet vom lat. Begriff für den Rotten bzw. die Rhone: Rodanus oder Rhodanus.
Seite 3
darzuo in jenigen sentum zuo samen für Pfund 114
item am bruoder joseph zuo beziechen, zuo den
2 achren ob dem eischen felt an gelt Pfund 8 ½
item an der Schwester zuo beziechen an gelt Pfund 5
weil ihr theil stercker ist als meiner
obige giether tragen in summa Pfund 1415 ½ (eigentlich 1412,5)
Es ist zuo wissen das diser theil der alpen trib für die
halbe kuo 1804 undt 1806 undt also fort im graden
jahr, gegen der Schwester anna maria welche soll triben
1805 undt 1807 alzeit im ungraden jahr.
item für den abtrib im zwantzigsten jahr in einer halben kuo
sollen sie alle drey gleich bezallen, oder helffen ertragen
Obige vertheilig ist follzogen worden im jahr undt tägen
wie oben gemeldet worden, durch dem weibel guntren
undt meiner Wenigkeit moritz michel beide von ärnen.
Vereinfachter Text
Dieser Anteil wurde durch das Los zugeteilt dem ehrbaren Jüngling Franz Briw[1] auf dem Biel von der Burgschaft Ernen.
Schatzung und Verteilung der liegenden Güter des wegen der Religion bis in den Tod streitenden Mannes Johann Briw[2] selig, des ältern[3]und seiner Hausfrau Anna Maria Clausen[4], beide von Ernen. Welche Güter sind geteilt worden unter ihren 3 hinterlassenen Kindern als Joseph[5], Franz, und Anna Maria[6] und diese Teilung ist geschehen im Jahr 1804 den 9./10. Tag April.
Zweiter Teil
Als erstes in der unteren Binnachera im Loch ab, die Schlucht von oben her östlich des neuen Gaden ist taxiert 34 Pfund
Daselbst das Stück Weide beim Trog ist taxiert 40 Pfund
Gleichenorts das Äckerlein under dem neuen Gaden ist taxiert 15 Pfund
Daselbst die 2 Abschnitte Weide westlich unter dem Gaden ist taxiert 90 Pfund
Die Weide über Moos oberhalb Bodmen ist taxiert 270 Pfund
Der Acker daselbst über Moos oberhalb des Stadels westelcih an Franz Clausen grenzend ist taxiert 107 Pfund.
Das Äckerlein in der Gelschen ist taxiert 9 Pfund
Ein Stück Wiese im Mischy ist taxiert 55 Pfund
Z’Brigg gute Weide und Lische[7] oberhalb und neben dem Weiher, der Teil der an Stock Josephs Acker grenzt ist taxiert 216 Pfund
Da Äckerlein gleichenorts östlich des Fusswegs ist taxiert 43 Pfund
Das Äckerlein im Boden oberhalb des Rodan[8] ist 35 PfundZu Niederernen das alte Haus hinter Franz Imhofs Haus ist 40 Pfund
Gleichenorts unter selbem Hausgarten und Mättelti wo 4 Äpfelbäume stehen ist taxiert 93 Pfund
Die Lische in der Stallen unter dem Weg bis oberhalb des Sangi[9] ist taxiert 58 Pfund
Das Stücklein Wiese zu oberst der Sant-Halten am breiten Abhang ist taxiert 12 Pfund
Der Acker über dem Eischen-Feld östlich des Weibel Guntrens Acker ist taxiert 63 Pfund
Daselbst des kleine Äckerlein über der Scheune ist 25 Pfund
Das Mettelti zu Ernen auf der Strallen beim Ahorn ist taxiert 33 Pfund
Garten im grossen Garten am Hügel Gäse 5 Pfund
3 Stücklein Weide auf Eggen auf dem Wasen und eines zu Hanschen Häuslein zusammen für 42 Pfund
Ein halbes Kuhalprecht und ein Drittel Heuwiese im Jenigen Senntum zusammen für 114 Pfund
Vom Bruder Joseph zu bezienen zu den 2 Äckern oberhalb des Eischen-Felds an Geld 8½ Pfund
Von der Schweister zu beziehen an Geld 5 Pfund, weil ihr Teil grösser ist als meiner.
Obige Güther tragen in Summe 1415 ½ Pfund (eigentlich 1412,5)
Es ist zu wissen, dass dieser Theil für den Alpauftrieb für die halbe Kuhzeit habe, also jeweils im geraden Jahr, also 1804 und 1806 und so fort. Die Schwester Anna Maria hat Kuhrecht im 1805, 1807, also immer im ungeraden Jahr.
Für den Abtrieb im zwanzigsten Jahr eines halben Kuhrechts sollen alle 3 zu gleichen Teilen bezahlen oder ertragen.
Obige Verteilung ist vollzogen worden im Jahr und Tag wie oben vermerkt durch den Weibel Guntren und meiner Wenigkeit Moritz Michel von Ernen.
[1] Franz Briw (1774-1829) heiratete 3 Jahre nach dem Erbe Barbara Jentsch (siehe Dokument: «1813-10-28 Erlaubnis für Barbara Jensch sich von ihrem Mann Franz Briw zu trennen»)
[2] Johann Josef Briw (1736-1799), Sohn des Johann Briw (geb. 1697) und der Maria Wellig von Fiesch, starb am 5.6.1799 bei Lax im Kampf gegen die Franzosen.
[3] Der Cousin gleichen Namens hatte Jahrgang 1751
[4] Anna Maria Clausen (1733-1804), Tochter des Johann Matthäus Clausen und der Maria Znidrisch, war verheiratet mit Johann Briw (1736-1799)
[5] Joseph Briw (1769-1840). Auf dem von Adolf Briw gezeichneten Stammbaum ist Josef 1798 gefallen (whs.Verwechslung)
[6] Anna Maria Catharina Briw (1772-1851), Tochter des Johann Josef Briw (1736-1799) und der Anna Maria Clausen (1733-1804). Sie heiratete dann 1805, also 1 Jahr nach Erhalt des Erbes Hildebrand Jost, einer meiner Urururgrossväter. Offensichtlich deshalb gelangte dieses Dokument in den Besitz der Familie Briw, jedoch über die grossmütterliche Clausen-Seite.
[7] Lische = sumpfiges, mit Lische (geringeres, gröberes, auf nassem Boden wachsendes Gras) bewachsenes Grundstück
[8] Rodan = gelehrter Begriff abgeleitet vom lat. Begriff für den Rotten bzw. die Rhone: Rodanus oder Rhodanus.
[9] Sangi = kleines Sandgebiet (Quelle: Oberwalliser Orts- und Flurnamen Bd 1-4)


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